Im Untergrund

Still ist es in den alten Gewölben unter der ehemaligen Brauerein. Still und dunkel. Kühle, muffige Gänge durchziehen den Boden unter der sonnenbeschienenen Wiese und den restlichen noch verbliebenen Bauwerken. Rohre und Förderrinnen verbanden einst die Brauereigebäude, heute liegt das Getreide darin vergessen im Dunklen. Rostige Stiegen führen tiefer in die Keller hinein. Die niedrigen Gänge erweitern sich zu gigantischen Hallen, deren Gewölbe sich zum Teil acht Meter hoch erheben. Alte Maschinen, längst trockengefallene Becken, vor sich hin moderne riesige Fässer und unzählige Flaschen zeugen von der einstigen Betriebsamkeit in den Räumen. Fein säuberlich aufeinandergestapelt oder zerbrochen am Boden sammeln die Flaschen Staub. Turm Liqueur und Coco Conchita jenseits jedes Ablaufdatums warten vergeblich darauf getrunken zu werden - so, als ob die Arbeiter der Brauerei eines Tages alles stehen und liegen gelassen hätten, um nie mehr wiederzukehren.

Für wenige Augenblicke huscht mit unseren Stimmen und Lichtern Leben durch die Dunkelheit. Unsere Schritte über Staub und zerbrochenes Glas brechen für einige Minuten die Stille.

 

Ganz kurz nur haben wir die alten Gänge der Vergessenheit entrissen, bevor wir mit unseren Erinnerungen ans Licht steigen und die Keller wieder dem Dunkel der Vergangenheit überlassen.